Nicht ist wie es scheint, in der schönen neuen Fotowelt.

 

 

 

Die Frage die sich stellt ist allerdings was ist realer, die Wirklichkeit so wie sie ist, oder die Realität die wir in unserem Kopf haben. Nicht selten liegen Welten dazwischen. Nehmen wir nur die Zeugen eines Autounfalls, während der eine Zeuge behauptet das Auto war Grün, schwört der Andere beim Leben seiner Mutter der Wagen war blau, eine in der Nähe befindliche Überwachungskamera beweist: das Auto ist grau.

Unser Gehirn muss mit so vielen Informationen umgehen, dass es gelegentlich die Realität vernachlässigt. Nicht anders verhält es sich mit Fotos und der Wahrnehmung von Menschen.

Man trifft eine Frau des Nachts in einem Club, tauscht ein paar Blicke und ist im festen Glauben die Traumfrau schlecht hin getroffen zu haben, über Wochen verfolgt einen das Bild dieser Frau und unser Hirn lässt sie immer schöner und intelligenter werden. Bis man sie dann hinter der Wursttheke im Supermarkt sieht. Nichts gegen Frauen hinter Wursttheken, aber in unseren feuchten Träumen sah die Dame doch etwas anders aus.

Für solche Fälle gibt es Photoshop, gut bei der Intelligenz hilft es wenig, aber die optischen Dinge die können wir tunen, wenn wir wollen.

Das Bild unten entstand 1999, damals fotografierte ich natürlich noch analog, aber nahezu jedes Bild wurde eingescannt und in Photoshop überarbeitet. Musste man vor Photoshop noch teure Retuscheure beauftragen, konnte man plötzlich fast alles selber machen. Auch wenn ich versuchte einen Körper „sanft“ zu optimieren, war ich oft erschrocken über das eigene Handel, so entstand dieses Vorher/Nachherbild als Mahnung an mich selbst.

Inzwischen gehe ich wieder einen Schritt zurück, ich fotografiere zwar nur noch digital, sehe aber analog. Nachdem Photoshop und ähnliche Programme auf nahezu jedem Rechner zu finden ist, Hinz und Kunz sich von mehr oder meist weniger talentierten „Digital Artists“, im Internet Tips holen zur Bildbearbeitung, natürliche Haut auf Bildern fast gar nicht mehr zu finden ist, bin ich es leid. Ein Mensch gefällt mir so wie er ist und darum fotografiere ich ihn, wenn dem nicht so ist lass ich es bleiben.

Natürlich ist es legitim einen Pickel zu retuschieren, aber gleich den ganzen Menschen?

Ich zolle einem Menschen weit mehr Respekt, wenn ich mich mit ihm auseinandersetzte und so inszeniere, das es ihm gerecht wird, statt mit der Photoshopkeule zu kommen.

Leider haben sich die Sehgewohnheiten vieler Menschen schon so geändert das sie das „normale“ Bild als unnatürlich empfinden.

Diverse054

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