Sich Künstler nennen ist nicht schwer, Künstler sein dagegen sehr

Ich weiß nicht mehr genau wann es war, der Moment liegt so ein paar Jahre zurück aber ich surfte durch das Internet und stellte fest: über Nacht sind alle Fotografen Künstler geworden, nennen sich zumindest so und/oder tun so.

Sie hängen ein ….art an ihren Namen, geben sich Fantasienamen, welche natürlich auch auf .. art enden, und weil es Menschen gibt die gänzlich begriffsstutzig sind, wird gerne auch … creativart verwendet, um jegliche Verwechslung mit uncreativer Art auszuschließen.

Andere Fotografen verzichten auf solch doch offensichtliche Albernheiten und wählen eine höchst subtile Vorgehensweise, in dem sie an Habitus und dem eigenen Aussehen arbeiten. Must have ist da die Nerd Brille, gerne unterstrichen von einem Vollbart. Aus der schnöden Arbeit werden Projekte. Und weil Künstler an sich, gerne einfach nur dumm rum labern – so des Volkes Glaube -, eigenen sie sich Grundkenntnisse in Philosophie, Buddhismus und veganer Lebensweise an, wenn die eigenen Bilder schon keine Inhalte haben, quatschen wir die Leute doch einfach ins Koma.

Hilft gar nichts mehr, ziehen Sie, die Künstler, nach Berlin. Das rumlungern auf Vernissagen, Midissagen und natürlich Finissagen wird in Berlin mit einem Punktesystem bewertet: 100 Punkte, plus 250 geschnorrte Canapes und 20 Liter billiger Prosecco, erheben selbst den letzten Provinz Knipser zum Künstler.

Mit einem Mal ist es dem Amateur nicht mehr genug, einfach schöne Fotos zu machen, sich selbst und seinen Angehörigen damit eine Freude zu machen, nein es wird Zeit das die Welt erfährt das auch in einem kleinkarierten Maschinenbau Ingenieur ein Künstlerherz schlägt.

Nicht viel anders bei den Profis, auch hier mutiert so manch Werbefuzzi und Paparazzi über Nacht zum großen Fotokünstler. Die Motivation dahinter ist weniger die Liebe zur Fotografie, als viel mehr die drohende Insolvenz. Wenn in der Werbung  nix mehr läuft, der Kunstmarkt wird es schon richten. Who the Fuck ist Gursky?

Schöne neue Kunstwelt, fotografiert doch einfach mal wieder drauf los, nur so, weil es Spaß macht!

So sieht das wahre Künstlerleben aus! Maler Detlev Foth bei seiner täglichen Routine:

Belledenuit040

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